Kinderfreundschaften
Dein Kind verbringt wöchentlich so viele Stunden in der Schule. Da wird gespielt, gelacht, verglichen und gestritten. Geheimnisse werden geteilt, Freundschaften geschlossen – und manchmal ist nach der grossen Pause nach einem Streit schon wieder alles gut.
Es treffen ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander: Laute und leise Kinder, mutige und vorsichtige, solche, die gerne im Mittelpunkt stehen, und andere, die lieber am Rand beobachten. Einige haben einen grossen Freundeskreis, andere fühlen sich mit einem einzigen guten Freund pudelwohl. Und manche knüpfen Freundschaften im Handumdrehen, während andere erst einmal vorsichtig anklopfen müssen. Jedes Kind ist anders – und genau das macht die Welt der Freundschaften so spannend.
Freundschaft entsteht dort, wo gegenseitige Sympathie wächst. Dafür braucht es Nähe und Zeit: Man muss sich immer wieder begegnen, gemeinsam etwas erleben, lachen und sich austauschen. Gemeinsame Interessen verbinden, Ähnlichkeiten schaffen Vertrautheit – und manchmal ist es gerade das Unterschiedliche, das zwei Menschen zusammenbringt. Freundschaft ist freiwillig: Wir sind Freunde, weil wir einander mögen und es wollen.
Und Freundschaften tun gut. Sie machen uns glücklicher, helfen uns durch schwierige Zeiten und wirken sich sogar positiv auf unsere körperliche und psychische Gesundheit aus.
Freundschaft verändert sich
Im Kleinkindalter wird gemeinsam gespielt und Spielzeug getauscht – oder eben mit grossem Protest verteidigt. Im Kindergarten werden Rollenspiele wichtig, ebenso erste Vorstellungen davon, was fair ist und wie es sich anfühlt, auch einmal zu verlieren.
Im Grundschulalter entstehen Freundschaften zunehmend über gemeinsame Interessen. Und in der Jugend bekommen Freunde nochmals eine ganz andere Bedeutung: Sie werden wichtige Begleiter auf dem Weg, sich vom Elternhaus zu lösen und herauszufinden, wer man selbst eigentlich ist.
«Was findet mein Kind bloss an ihr?»
Als Eltern steht man manchmal etwas ratlos daneben. «Was findet mein Kind an dem?» oder «Die passen doch überhaupt nicht zusammen!» – solche Gedanken kennst du vielleicht auch.
Doch Freundschaften sind auch eine Möglichkeit, über sich selbst hinauszuwachsen. Man teilt Gemeinsamkeiten, ergänzt sich und entdeckt vielleicht Seiten aneinander, die man selbst gerne hätte.
Es geht weniger darum, dass du als Elternteil die Freundschaften deines Kindes beurteilst oder gar steuerst. Es ist jedoch nicht falsch, gemeinsam hinzuschauen und im Gespräch zu bleiben, wenn du dir Sorgen machst. Grundsätzlich müssen Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen – auch mit schwierigen Freundschaften.
Freundschaften brauchen Raum
Freundschaft lässt sich nicht planen. Sie braucht Zeit, Begegnungen und manchmal einfach einen langen Nachmittag, an dem niemand weiss, was als Nächstes passiert.
Vielleicht entsteht die beste Freundschaft ja auf dem Schulweg, beim gemeinsamen Herumstreunen im Quartier oder während eines Nachmittags, an dem zwei Kinder einfach stundenlang spielen dürfen, ohne dass jemand ein Programm vorbereitet.
Freie, unverplante Zeit ist deshalb ein wunderbarer Nährboden für Freundschaften. Vielleicht gehört auch dazu, dass wir Erwachsenen nicht immer genau wissen, was die Kinder gerade miteinander aushecken…
Überlege mal: Wie war das früher bei dir? 😉
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